FRA-Forum: Unser Flughafen-Forum
Kreis GG: "Es muss leiser werden"
Pressemitteilung vom 09.11.2017
Von: @Kreis Gross-Gerau <2017-11-09>
Landrat Will (Kreise Groß-Gerau) und Kreisbeigeordneter Astheimer sind mit der Lärmobergrenze am Frankfurter Flughafen nicht zufrieden. Sie wollen, dass es in der Region wirklich leiser wird.

KREIS GROSS-GERAU – Leiser wird es durch die Lärmobergrenze nicht. Die Belastung wird nur nicht so stark ansteigen, wie sie es laut Planfeststellungsbeschluss für den Frankfurter Flughafen dürfte. Das hat Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir bei der Vorstellung der freiwilligen Grenze für Fluglärm am Dienstag gesagt. Und das ist genau der Punkt an der Vereinbarung zwischen Landesregierung, Flughafenbetreiber Fraport und Fluggesellschaften, der Landrat Thomas Will und den Ersten Kreisbeigeordneten Walter Astheimer, der den Kreis Groß-Gerau in der Fluglärmkommission vertritt, unzufrieden macht. Denn beide wollen, dass es leiser wird für die Anwohner/innen des Flughafens.

Die jetzt präsentierte Vereinbarung zur Lärmobergrenze sieht vor, die Regionen mit hoher Fluglärmbelastung zu begrenzen. Mit der Obergrenze soll der Dauerschallpegel, der theoretisch bei der planfestgestellten Zahl von 701.000 Flugbewegungen im Jahr erreicht werden könnte, um 1,8 Dezibel sinken. „Es kann aber nicht sein, dass niemals erreichbare Flugbewegungs-Prognosen der Maßstab für Lärmminderungsmaßnahmen sind“, so Will und Astheimer.

Ziel von Landrat Will, der auch einer der vier Sprecher der Initiative Zukunft Rhein-Main (ZRM) ist, bleibt jedoch die von ZRM propagierte jährliche Abnahme der Lärmbelastung um 0,4 Dezibel dB(A), basierend auf dem Jahr 2012, dem ersten Jahr nach Inbetriebnahme der Landebahn Nordwest. „Diese dynamische Absenkung würde eine tatsächliche Entlastung bedeuten und auch einen wirklichen Anreiz, Fluggeräte und -verfahren einzusetzen, die leiser sind als bisher“, betonen Walter Astheimer und Thomas Will.

Der Groß-Gerauer Landrat hatte zwar im September vergangenen Jahres, als das Konzept für die Lärmobergrenzen erstmals vorstellt wurde, von einem diskussionswürdigen Ansatz gesprochen. Doch gibt es aus seiner Sicht nach heutigem Kenntnisstand gravierende Kritikpunkte. „Die Lärmobergrenze führt zu einer ungleichen Verteilung der ,Reduktion‘ um 1,8 dB(A) gegenüber der noch möglichen Zunahme von drei dB(A) laut der Planfeststellung. Der Lärmobergrenze fehlt der lokale Bezug, weil sie nicht überall gleich wirkt“, so Will. Es profitierten längst nicht alle Kommunen: „Daher ist die Vereinbarung Augenwischerei: Der Fluglärm im Rhein-Main-Gebiet wird zunächst weiter zunehmen und nicht sofort auf Basis des heutigen Niveaus gemindert“, ergänzt Walter Astheimer.

Das aber wäre allein schon als Erkenntnis aus der NORAH-Lärmstudie nötig. Denn die Studie mache deutlich, dass eine viel größere Fläche als nun geschehen in die Vereinbarungen zur Lärmobergrenze einbezogen werden müsste. Außerdem fordert die Kreisverwaltungsspitze aufgrund der Studie eine Herabsetzung der Grenzwerte für die Schutzzonen des Fluglärmschutzgesetzes um mindestens fünf dB(A). Die Lärmobergrenze orientiere sich an den überholten, zur Evaluierung anstehenden Grenzwerten des Fluglärmschutzgesetzes von 55 dB(A) in der Tagschutzzone 2 und von 60 dB(A) in der Tagschutzzone 1.

Kritik verdiene bei der Lärmobergrenze auch, dass nur der Dauerschallpegel berücksichtigt wird. „Die belastenden Maximalpegel und deren Häufigkeit spielen keine Rolle“, bemängelt Thomas Will. „Weil nur die flächenmäßige Reduzierung dargestellt wurde, bleibt offen, wie viele Einwohner durch die Einführung der Lärmobergrenze seltener von Pegeln über 55 beziehungsweise 60 dB(A) betroffen sein werden.“ Schließlich monieren Will und Astheimer, dass in der ohnehin nur freiwilligen vertraglichen Vereinbarung verbindlich vereinbarte Sanktionen bei Überschreiten oder Nichteinhalten der Fläche, für die die Lärmobergrenze gilt, fehlen.

(Pressemitteilung Nr. Nr. 527/2017 der Kreisverwaltung Groß-Gerau vom 09.11.2017)

Themen hierzuAssciated topics:

Lärmminderung Lärmobergrenzen (LOG) Kreis Groß-Gerau [object Object]

Das könnte Sie auch interessierenFurther readings:
ZRM: Lärmminderungskonzept stellt Mindestforderungen dar!
Pressemitteilung vom 23.04.2013
Von: @Initiative Zukunft Rhein-Main <2013-04-25>
Die Initiative Zukunft Rhein-Main hat ein eigenes Lärm­schutz­konzept mit ihren Mindest­anforderungen gegen die Fluglärm­belastung vorgestellt und fordert die verant­wortlichen Stellen zur Umsetzung auf.    Mehr»
KAG zum Lärmaktionsplan: Öffentlichkeit nicht beteiligt
Pressemitteilung vom 01.11.2012
Von: @Kommunale Arbeitsgemeinschaft Flughafen <2012-11-01>
KAG-Sprecher Astheimer kritisiert, dass der Lärm­aktionsplan Flughafen weit hinter den vom Gesetz­geber einge­räumten Möglich­keiten zurückbleibt.   Mehr»
Kreis GG: "Probleme können Chance bieten"
Pressemitteilung vom 06.09.2018
Von: @Kreis Gross-Gerau <2018-09-06>
­Der Groß-Gerauer Landrat Thomas Will unterstützt die Forderung von Lufthansa-Chef Spohr nach einer Wachstumsgrenze an Flughäfen. Spohr hatte eine solche Grenze wegen aktueller Probleme durch Kapazitäts­engpässe gefordert.    Mehr»
Pressemitteilung des BBI:
BBI: Lärmminderungsziele statt Lärmobergrenzen
Positionspapier des BBI Bündnis der Bürgerinitiativen
Von: @Bündnis der Bürgerinitiativen <2015-10-12>
Das Bündnis der Bürgerinitiativen bezieht Position in der Diskussion um die von der hessischen Landesregierung geplanten Lärmobergrenzen für den Flughafen Frankfurt.    Mehr»
Fluglärmkommission: "Lärmobergrenze am Flughafen Frankfurt rechtlich möglich! "
Pressemitteilung Fluglärmkommission Frankfurt 03.09.2014
Von: @Fluglärmkommission Frankfurt <2014-09-04>
Auf der heutigen Sondersitzung der Fluglärm­kommission wurden die Ergebnisse eines Rechts­gutachtens über die Möglichkeiten der Einführung von Lärmober­grenzen am Frankfurter Flughafen vorgestellt.   Mehr»
ZRM zu Lärmobergrenzen: Es muss leiser werden!
Pressemitteilung vom 26.04.2016
Von: @Initiative Zukunft Rhein-Main <2016-04-26>
Die Initiative "Zukunft Rhein-Main" (ZRM) spricht sich für die Einführung wirksamer Lärm­obergrenzen aus und hat dafür jetzt Kriterien formuliert. Dabei muss es in der Region leiser werden: eine zentrale Forderung von ZRM ist die Fluglärm­reduzierung um 0,4 Dezibel pro Jahr.   Mehr»
HMWEVL: Lärmobergrenze für den Frankfurter Flughafen
Pressemitteilung des HMWEVL vom 27.09.2016
Von: @Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung <2016-09-27>
Die Fluglärm­belastung rund um den Frankfurter Flughafen soll Grenzen unterworfen werden. Wirtschafts- und Verkehrs­minister Al-Wazir hat heute sein Konzept der Lärmobergrenzen vorgestellt.   Mehr»
Konzept für Lärmobergrenze vorgestellt
Von: @cf <2016-09-27>
Verkehrsminister Al-Wazir hat heute seinen Vorschlag für eine Lärmober­grenze am Frankfurter Flughafen vorgestellt. Betroffene sehen einen Schritt in die richtige Richtung, die Luftverkehrswirtschaft ist dagegen [aktualisiert 30.09.2016]   Mehr»
Konzept für Lärmobergrenze am Frankfurter Flughafen vorgestellt
Von: @cf <2017-11-09>
Verkehrsminister Al-Wazir hat eine freiwillige Vereinbarung für eine Lärmobergrenze am Frankfurter Flughafen vorgestellt. Nicht alle sind davon begeistert. Zusammenfassung der wichtigsten Infos HIER [aktualisiert 17.11.2017].   Mehr»
Fluglärmkommission bestätigt Vorstand im Amt
Pressemitteilung Fluglärmkommission Frankfurt 10.12.2014
Von: @Fluglärmkommission Frankfurt <2014-12-10>
Auf der 228. Sitzung der Fluglärm­kommission Frankfurt wurde der Vorstand im Amt bestätigt. Weiterhin wurde ein Antrag zu Lärm­obergrenzen verabschiedet und über die Lärmpausen diskutiert.   Mehr»
Diskussion über Lärmobergrenzen im hessischen Landtag
Von: @cf <2015-04-16>
Im Verkehrsausschuss des hessischen Landtags ging es heute wieder um den Fluglärm. Die Koalitions­fraktionen forderten den Landtag auf, bis Sommer 2016 ein Konzept für Lärm­ober­grenzen vorzulegen.    Mehr»
BUND: Fluglärmobergrenze - es muss leiser werden!
Pressemitteilung vom 06.07.2016
Von: @BUND Hessen <2016-07-06>
Die Kern­forderung des BUND in der Debatte um die Fluglärm­obergrenze am Frank­furter Flug­hafen lautet: es muss leiser werden, weil die Grenze der Belast­barkeit längst über­schritten ist.    Mehr»
BUND: Es muss leiser werden
Pressemitteilung vom 23.09.2016
Von: @BUND Hessen <2016-09-23>
Der BUND begrüßt die Haltung der SPD-Landtagsfraktion zur Lärmobergrenze am Frankfurter Flughafen.    Mehr»
Pressemitteilung des BBI:
BBI zu Lärmobergrenzen: Ein "großer Wurf" sieht anders aus
Von: @Bündnis der Bürgerinitiativen <2016-09-27>
Das Bündnis der Bürger­initiativen will das heute vom hessischen Wirt­schafts­ministerium vorgestellte Konzept für Lärm­ober­grenzen kritisch prüfen, fordert aber auf jeden Fall Rechts­verbind­lichkeit.   Mehr»
ZRM zu Lärmobergrenzen: "Schritt in die richtige Richtung"
Pressemitteilung vom 30.09.2016
Von: @Initiative Zukunft Rhein-Main <2016-09-30>
Die Initiative "Zukunft Rhein-Main" (ZRM) sieht im Konzept der Landes­regierung für Lärm­ober­grenzen eine Schritt in die richtige Richtung. Die ZRM fordert aber, dass das Lärmniveau bei stagnierenden Starts und Landungen weiter sinken muss.   Mehr»
BUND fordert rechts­verbindliche Lärm­obergrenze
Pressemitteilung des BUND Hessen vom 06.10.2016
Von: @BUND Hessen <2016-10-06>
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bekräftigt seine Forderung nach einer rechts­verbindlichen Lärm­ober­grenze am Frankfurter Flughafen.   Mehr»
HMWEVL: Verhandlungen zur Lärmobergrenze beginnen
Von: @Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung <2016-10-12>
Die Verhandlungen mit der Luftverkehr­sseite und der Fluglärm­kommission über eine Lärm­oberg­renze am Frankfurter Flughafen beginnen heute. Minister Al-Wazir: "Wir wollen Entwicklung am Frankfurter Flughafen ermöglichen und zugleich den Lärm begrenzen".   Mehr»
KAG fordert Lärm­ober­gren­zen
Pressemitteilung vom 06.09.2013
Von: @Kommunale Arbeitsgemeinschaft Flughafen <2013-09-07>
Die KAG nennt in einem Positionspapier fünf Forderungen an die Politik zur Begrenzung und Reduzierung der Fluglärm­belastung. Deckelung der Zahl der Flug­bewegungen gehört dazu.   Mehr»
Podiumsdiskussion über Lärmobergrenze mit Minister Al-Wazir
Von: @Stadt Offenbach <2017-01-09>
Am 17. Januar 2017 ab 19.30 findet in Offenbach eine Podiumsdiskussion mit Minister Al-Wazir über die Lärmobergrenze und ihre Wirkung auf Offenbach statt.    Mehr»
BUND erneuert Forderung nach einer rechts­verbind­lichen Lärm­ober­grenze
Pressemitteilung vom 15.02.2017
Von: @BUND Hessen <2017-02-15>
Der BUND hat seine Forderung nach einer rechts­verbindlichen Lärmober­grenze am Frankfurter Flughafen und nach einer generellen Abnahme des Fluglärms erneuert.   Mehr»
ZRM: Beschluss über Anforderungen bei der Einführung einer Lärmobergrenze
Von: @Initiative Zukunft Rhein-Main <2017-06-28>
Die Initiative "Zukunft Rhein-Main" (ZRM) hat in einem Beschluss ihre Anforderungen an eine Lärmobergrenze formuliert.   Mehr»
KAG richtet Fachveranstaltung im Groß-Gerauer Landratsamt aus:
Siedlungsbeschränkung versus Siedlungsdruck
Von: @Kommunale Arbeitsgemeinschaft Flughafen <2017-09-15>
Der Konflikt zwischen Siedlungsdruck und Siedlungsbeschränkung im Rhein-Main-Gebiet wurde mit Experten aus Wissenschaft, Verwaltung und weiteren Institutionen sowie Vertretern aus dem HMWEVL und Politik diskutiert.   Mehr»
Jahreshauptversammlung der IGF 2017
Von: @Interessengemeinschaft zur Bekämpfung des Fluglärms (IGF) <2017-11-01>
Die IGF Rhein-Main hat auf ihrer Jahres­haupt­versammlung 2017 Bilanz der Arbeit der letzten zwei Jahre gezogen und den bisherigen Vorstand im Amt bestätigt. Von der neuen Bundes­regierung erwartet die IGF besseren Schutz vor Fluglärm und Schadstoffen.   Mehr»
Die Bildrechte werden in der Online-Version angegeben.For copyright notice look at the online version.

Bildrechte zu den in diese Datei eingebundenen Bild-Dateien:

Hinweise:
1. Die Bilder sind in der Reihenfolge ihres ersten Auftretens (im Quelltext dieser Seite) angeordnet.
2. Beim Anklicken eines der nachfolgenden Bezeichnungen, wird das zugehörige Bild angezeigt.
3, Die Bildrechte-Liste wird normalerweise nicht mitgedruckt,
4. Bildname und Rechteinhaber sind jeweils im Dateinamen des Bildes enthalten.