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Kreis GG: Jobs bei Fraport - Landrat fordert Eingreifen der Politik
Pressemitteilung vom 03.08.2017
Von: @Kreis Gross-Gerau <2017-08-03>
Der Kreise Groß-Gerau beklagt eine Abwärtsspirale bei den Jobs am Frankfurter Flughafen. Das Versprechen vom "Jobmotor" werde nicht eingehalten.

KREIS GROSS-GERAU – Fraport verkündet Spitzenwerte bei Passagieren und Umsatz, gleichzeitig zeigen Arbeitnehmerverbände am Flughafen die Abwärtsspirale bei den Jobs auf. „Es kann nicht sein, dass auf Kosten der Arbeitnehmer Wachstum am Flughafen generiert wird“, kommentiert Landrat Thomas Will die aktuellen Verkehrszahlen der Fraport AG. Er fordert die Landesregierung und die Fraport AG auf, sich dieses Konflikts anzunehmen: „Die Politik kann nicht untätig zusehen, wie Versprechungen zum Jobmotor gebrochen werden.“

Als „erschreckend deutlich“ bewertet Landrat Will die Äußerungen von Nicolay Baublies, Tarifvorstand der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO, in einem Hessenschau-Interview in dieser Woche. Baublies bezeichnete dort die Ansiedlung von Billigfliegern am Flughafen Frankfurt als „klare Lohnvernichtungsmaschine“. Das zugunsten der Billigflieger ausgehandelte Rabattsystem bei den Flughafengebühren vernichte Arbeitsplätze - und die Fraport AG schaue zu.

Der Gewerkschafter fordert in dem Interview – wie der Groß-Gerauer Landrat – ein Handeln der Politik, um dieser Abwärtsspirale entgegen zu treten. Baublies zeigt eine düstere Perspektive auf: Sind es in Frankfurt jetzt erst zwei Maschinen der Ryanair, werden für die Zukunft weit mehr Strecken von Billigfliegern übenommen werden. Dort, wo Billigflieger Flüge übernehmen, bieten die etablierten Fluggesellschaften keine Flüge mehr an. Ein teurerer Condor-Flug werde durch einen billigen Ryanair-Flug ersetzt. Dies schlägt auf die Beschäftigung durch: weniger Personal, schlechtere Bezahlung.

„Das ist alles anders, als uns versprochen wurde“, sagt Landrat Thomas Will, der sich noch gut an das Schlagwort von der „Jobmaschine Frankfurter Flughafen“ erinnert. Das Versprechen, 100.000 Arbeitsplätze zu schaffen, wurde von Politik und Wirtschaft zur Begründung des Ausbaus des Frankfurter Flughafens angeführt, um der Region die hohen zusätzlichen Fluglärmbelastungen schmackhaft zu machen.

„Wachstum auf Kosten der Arbeitnehmer und Fluglärmbetroffenen ist für die Region ein weiterer Vertrauensverlust in die Glaubwürdigkeit der Politik“, bringt Landrat Will die Entwicklung auf den Punkt.

(Pressemitteilung Nr. 353/2017 der Kreisverwaltung Groß-Gerau vom 03. 08. 2017)

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